Subklinisches Milchfieber vorbeugen mit der DCAB-Fütterungsstrategie

Subklinisches Milchfieber (subklinische Hypokalzämie) zählt zu den häufigsten Stoffwechselstörungen bei Milchkühen rund um die Kalbung. Während klinisches Milchfieber durch festliegende Tiere sofort auffällt, bleibt die subklinische Form meist unbemerkt – verursacht jedoch erhebliche Leistungsverluste und beeinträchtigt einen reibungslosen Start in die Laktation.

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Milchkühe
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Was ist subklinisches Milchfieber?

Mit Beginn der Milchproduktion steigt der Calciumbedarf der Kuh sprunghaft an. Erfolgt keine ausreichende oder rechtzeitige Mobilisierung von Calcium aus dem Knochen oder ist die Calciumzufuhr über die Fütterung unzureichend, sinkt der Blutcalciumspiegel.

Typische, häufig übersehene Folgen sind:

  • schwächerer Laktationsstart
  • höhere Anfälligkeit für Mastitis, Metritis und Ketose
  • Fruchtbarkeitsprobleme
  • verminderte Futteraufnahme 

Studien zeigen, dass 30–50 % der Kühe betroffen sein können – insbesondere Tiere in höheren Laktationen.

Milchfieber vorbeugen: DCAB-Fütterung als Schlüsselmaßnahme

Die wirksamste Strategie zur Vorbeugung von Milchfieber ist die gezielte Steuerung der Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB) in der Trockensteherfütterung.

Eine negative DCAB führt zu einer leichten metabolischen Azidose. Dadurch werden sowohl die Calciumfreisetzung aus dem Knochen als auch die Calciumaufnahme im Darm verbessert – das Risiko für Milchfieber sinkt deutlich.

Zur Absenkung der DCAB in der Trockensteherfütterung werden saure Salze eingesetzt, die in geschützter und ungeschützter Form verfügbar sind.

Beim Einsatz saurer Salze reagieren die Kühe mit einer Absenkung des Harn-pH-Wertes. Dieser ist der wichtigste Kontrollparameter und sollte regelmäßig überprüft werden. Die Messungen zeigen, ob die Ration korrekt eingestellt ist.

Grundfutter als wichtigster Hebel in der Trockensteherfütterung

Gerade bei einer Ration, die auf der DCAB-Strategie basiert, ist eine regelmäßige und umfassende Analyse des Grundfutters essenziell. Ein häufiges Problem stellt ein zu hoher Kaliumgehalt in Grassilagen dar. Hohe Kaliumwerte erhöhen die DCAB und schwächen die Wirkung saurer Salze.

Aus diesem Grund empfehlen wir eine regelmäßige Grundfutteranalyse als Basis für eine präzise DCAB-Berechnung.

Fazit

Subklinisches Milchfieber ist ein häufiges und wirtschaftlich relevantes Problem in Milchviehbetrieben.

Durch eine gezielte DCAB-Fütterung, den kontrollierten Einsatz saurer Salze und regelmäßige Harn-pH-Messungen lässt sich das Risiko deutlich senken. Eine optimal eingestellte Trockensteherration trägt maßgeblich zur Tiergesundheit bei und ermöglicht einen erfolgreichen Start in die Laktation.

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