Hitzestress stellt nach wie vor eine der größten Herausforderungen für Milchviehbetriebe in den Sommermonaten dar. Die Belastung der Tiere wird meist an einer sinkenden Milchleistung der Herde wahrgenommen. Jedoch sind die Auswirkungen für Trockensteher, Kälber und Jungrinder nicht weniger gravierend und schlagen sich in der zukünftigen Leistung nieder. Daher ist es notwendig auch für diese Tiere die Bedingungen so zu verbessern, dass langfristige Leistungsminderungen der Herde vermieden werden.
Kälber von Trockenstehern, die keinem Hitzestress ausgesetzt sind, sind bei ihrer Geburt schwerer (Tao et al. 2019). Dieser, zu Geburt relativ kleine Unterschied, verschafft den Kälbern, die mit einem Optimalgewicht geboren wurden, jedoch einen längerfristig bedeutenden Vorsprung. Kälber mit einem optimalen Geburtsgewicht zeigen, durch eine erhöhte Tränke- und Futteraufnahme sowie eine optimale Verwertung, ein besseres Wachstum.
Färsen, die als ungeborenes Kalb während der Trockenstehzeit keinem Hitzestress ausgesetzt waren, produzieren als erwachsene Kühe 5 kg mehr Milch pro Tag als die Tiere, welche als ungeborenes Kalb während der Trockenstehzeit mit Hitzestress konfrontiert wurden (Dahl et al. 2019). Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass das Geburtsgewicht Auswirkungen auf die spätere Milchleistung der Tiere hat. Bei einem Geburtsgewicht von 40 bis 45 kg erzielen Färsen im Schnitt die höchste 305 – Tage Leistung (Rahbar et al. 2016).
Kälber, deren Muttertiere unter Hitzestress gehalten wurden, haben eine größere Anfälligkeit gegenüber Durchfallerregern. Dies lässt sich durch die Tatsache erklären, dass die Darmentwicklung, insbesondere die Dicke des Darmwandepithels im letzten Trächtigkeitsmonat ausgebildet wird. Sind die trockenstehenden Kühe Hitzestress ausgesetzt, können Erreger wegen der schlechteren Darmqualität leichter die Blutschranke der neugeborenen Kälber passieren. Dadurch wird die Wiederstandfähigkeit der Kälber gemindert. Ein optimales Klima im Trockenstand ist daher für die Folgegeneration unabdingbar. (Dahl et al. 2020)
Wünschen Sie eine Beratung durch unsere Spezialisten?